Arbeiten mit Scribus

Scribus ist ein Layout-Programm für die Druckvorstufe, das die damit gestalteten Dokumente so für eine Druckerei vorbereitet, das diese die Dokumente dann auch gleich drucken kann.

Beim professionellen Druck werden die Entscheidungen was gedruckt wird und worauf es gedruckt wird, weitgehend unabhängig voneinander gefällt. Der Layouter kümmert sich vor allem um den gestalterischen Teil, erst danach um das Papier oder ein anderes Material, das bedruckt werden soll, die Ausgabemaschine usw. Scribus wird in erster Linie für das Layout benötigt, aber es ist in der Lage, ein Ergebnis zu liefern, das von einem professionellen Drucker weiterverarbeitet werden kann.

Gelegenheitsanwender können Scribus natürlich auf einem beliebigen PC verwenden und die Ergebnisse ihrer Arbeit mit ihrem eigenen Drucker in Farbe oder schwarzweiß ausdrucken.

Und bevor wir es vergessen: die Ausgabe aus Scribus muß überhaupt nicht gedruckt werden, um nützlich zu sein. Mit Scribus lassen sich PDF-Dateien erzeugen, die man für Präsentationen verwenden kann, oder sogenannte PDF-Formulare. Auch im Internet spielt PDF als Medium eine immer wichtigere Rolle.

Die grundlegenden Funktionen von Scribus:

Ausgangspunkt jeder Arbeit in Scribus ist das Dokument. Auch wenn es zunächst nicht sehr intuitiv erscheint, handelt es sich dabei lediglich um eine Arbeitsfläche. Sie wird in Weiß (oder der Farbe Ihrer Wahl) angezeigt, hat aber in Wirklichkeit keine Farbe und kann auch keine annehmen.
Auf dieser Arbeitsfläche werden Objekte plaziert; meist handelt es sich dabei um Rahmen. Textrahmen können Text und sogenannte Inline-Objekte enthalten, Bildrahmen Bitmap-Grafikdateien. Außerdem gibt es Form-, Polygon- und Linien-„Rahmen“. Ein Rahmen kann jederzeit in einen anderen Rahmentypen umgewandelt werden, aber er verliert dabei seinen vorherigen Inhalt. In einem Bildrahmen, der in einen Textrahmen geändert wird, verschwindet beispielsweise das Bild, das in diesem Rahmen enthalten war.

Spalten

Eine häufige Quelle der Verwirrung, manchmal sogar der Verzweiflung für Scribus-Neulinge sind Textspalten. Sie möchten die Spalten auf der Seite einstellen, aber wie oben gezeigt, ist die Seite nur eine Arbeitsfläche.
Zwei Möglichkeiten, Textspalten zu erzeugen

Textrahmen können Spalten enthalten. Wenn Sie einen Textrahmen aufgezogen haben, können Sie Spalten mit der Eigenschaftenpalette im Reiter Form einstellen. Sie können die Anzahl der Spalten und den Abstand untereinander bestimmen. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, daß zu viele Spalten nicht gut aussehen. Wenn Sie es leid sind, diese Eigenschaft für jeden neuen Textrahmen einzustellen, können Sie Mehrspaltigkeit zur Grundeinstellung machen. Verwenden Sie dazu unter 1.2.x den Dialog Einstellungen > Voreinstellungen > Werkzeuge. In den Versionen ab 1.3 stellen Sie dies unter Datei > Dokument einrichten/Allgemeine Einstellungen > Werkzeuge ein. Der Unterschied zwischen Dokument einrichten und Allgemeine Einstellungen besteht darin, daß ersteres nur für das aktuelle Dokument gilt, letzteres für jedes neue Dokument.

Sie können auch automatische Hilfslinien für Ihren Zweck einsetzen (vielleicht ist dies die Ursache für die Verwirrung), aber dabei handelt es sich eben nur um Hilfslinien. Wenn Sie die automatischen Hilfslinien eingefügt haben (notfalls geht es auch ohne), können Sie neue Textrahmen erzeugen und diese nebeneinander daran ausrichten. Anschließend verketten Sie diese Rahmen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich vor allem für unterschiedliche Spaltenabstände, eine außergewöhnliche Anordnung der Spalten oder ein unregelmäßiges Verkettungsschema.

(c) Gregory Pittman, (c) für die deutsche Übersetzung: Christoph Schäfer, Uchiki 2007.
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